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Von Staatsverschuldung, Staatsbankrott und Währungsreform – wie die USA ihr Dilemma lösen könnten

Was tun Regierungen, wenn ihnen die Staatsschulden über den Kopf wachsen? Sie melden den Bankrott an. Dann können die Gläubiger sehen, wo sie bleiben. Vor allem jene, die über Staatsanleihen verfügen. Denn die sind dann zumeist nicht mehr das Papier wert, auf dem sie stehen. Argentinien hat das in jüngerer Vergangenheit regelmäßig vorgemacht. Das Problem dabei: Die Reputation des jeweiligen Staates leidet. Denn selbstverständlich sind all jene recht erbost, die dem maroden Staat zuvor durch den Kauf entsprechender Papiere unter die Arme gegriffen haben.

Was nun aber tun, wenn der betroffene Staat nicht – wie Argentinien – ohnehin als notorisch unsicherer Kantonist gilt. Wenn er, wie in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts das Deutsche Reich, Berge unbezahlbarer Schulden vor sich herschiebt? Oder, wie aktuell die USA, durch negative Handelsbilanzen Unmengen von Waren auf Kredit gekauft hat? In solchen Fällen könnte sich ein anderer Weg anbieten, um sich den Zahlungsverpflichtungen zumindest in Teilen zu entledigen.

Fast schon klassisch ist der Weg der Inflation – etwas, das seit geraumer Zeit bereits Ex-EZB-Chef Mario Draghi verzweifelt versucht hat, indem er hochverschuldete EU-Länder durch Massenankauf letztlich ungedeckter Staatsanleihen am Leben erhalten hat. Die geldpolitische Folge: Die künstlich organisierte Geldschwemme müsste den Wert der Währung in die kontinuierliche Entwertung treiben. Je schneller und deutlicher, desto besser. Denn dann wäre der Realwert der Staatsschulden ebenso zu minimieren – mit dem gedruckten Geld könnten die Forderungen billig bedient werden. Das Problem aber auch hier: Die Gläubiger wären darüber wenig glücklich. Denn der Realwertverlust ließe bei ihnen das zutreffende Gefühl aufkommen, irgendwie hinters Licht geführt worden zu sein. Auch ist – siehe EZB – nicht garantiert, dass dieser Weg tatsächlich funktioniert. Denn in Sachen Euro ist zumindest bislang bei den Devisenkursen ein immer billiger werdender Euro nicht zu erkennen. Ganz im Gegenteil.

Forschungsgemeinschaft Ethik Politik New York – Hamburg – Danzig

Rechte an Text halten Torsten Kurschus, Tomas Spahn, Tobias Fank